Interview: Dr. Karin Gille-Linne, neue VHS-Leitung


Neustart mit Bedacht und Neugierde

Die Volkshochschule Norderstedt hat eine neue Leitung. Nach sieben Jahren kommissarischer Leitung hat Iris Schulz das Zepter an Dr. Karin Gille-Linne übergeben. Die 53-Jährige ist für die neue Aufgabe extra von Hann. Münden nach Norderstedt gezogen.

 

Liebe Frau Gille-Linne, können Sie sich kurz vorstellen?

Ich komme direkt aus der VHS Göttingen hierher an die VHS Norderstedt. Menschen Lust zu machen, Neues zu entdecken und zu lernen, war schon immer ein Teil meines Lebens. Im Studium, während der Promotion, als Selbstständige und dann an der Universität Göttingen habe ich Workshops, (Stadt-) Führungen, Ausstellungen und Vermittlungsprogramme entwickelt – für Nobelpreisträger ebenso wie für Kindergartengruppen. Die Programme unterschieden sich übrigens gar nicht so sehr, wie man denken könnte.

Sie sind extra für Ihre neue Aufgabe als VHS-Leiterin nach Norderstedt gezogen. Wie ist Ihr erster Eindruck von der Stadt?

Mein erster Eindruck: Norderstedt ist sehr grün, sehr entspannt und seeeehr flach. Schon die Region um Göttingen ist ja flacher als meine nordhessische Heimat. Nette Begegnungen hatte ich hier in meinen ersten Wochen schon einige – ob beim Bäcker, im Buchladen oder auf der Straße. Das dürfen aber gerne noch mehr werden. Wenn es die allgemeine Situation zulässt, freue ich mich auf Veranstaltungen aller Art – ich freue mich auf Konzerte, offene Kneipen und Tanzlokale, auf Feste und natürlich schon jetzt auf jede Menge VHS-Kurse.

Was haben Sie sich mit der VHS vorgenommen?

Dass die Menschen, die dort mit mir arbeiten, es gerne tun.
Dass diejenigen, die unsere Kurse besuchen, gerne wiederkommen.
Dass viele, die bisher noch nicht hier waren, neugierig werden und die VHS Norderstedt für sich entdecken.

Wie haben Sie die letzten Wochen erlebt? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen, den VHS-Betrieb wieder zu starten?

Die letzten Wochen waren für uns alle schwierig. Daher werden wir das neue Semester mit Bedacht angehen und (selbstverständlich unter Beachtung aller Hygiene- und Sicherheitsstandards) wieder eine angenehme Lernatmosphäre in unseren Räumen schaffen. Ich hoffe darauf, dass alle mitziehen, die zu uns kommen. Nur so kann es gelingen: gemeinsam und in Rücksicht aufeinander.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf die vielen spannenden Begegnungen mit den neuen Kolleg*innen, den Kursleiter*innen, den Teilnehmer*innen und auf den regen Austausch mit allen alten und vielen neuen Kooperationspartner*innen. Vor allem aber auf das gemeinsame Ideen-Spinnen und das gemeinsame Lachen (und manchmal auch zusammen Schimpfen).

Was reizt Sie an der Einrichtung „Volkshochschule“ im Allgemeinen?

Dass die VHS so viele Menschen bewegt. Und dass es den Kursleiter*innen und den Kolleg*innen immer wieder gelingt, Kurse zu gestalten, in denen Teilnehmer*innen ihre Stärken erkennen und Neues lernen - und dabei feststellen, wie schön es ist, das in Gemeinschaft zu tun.

Kennen Sie die Einrichtung VHS auch aus Teilnehmersicht?

Allerdings. Ich bin ein ziemlich neugieriger Mensch und habe vom Schreib-Workshop, Arabisch-Kurs bis Power-Gym schon so manchen VHS-Kurs besucht. Wie viele ich im nächsten Semester hier schaffe, werde ich sehen. Einmal noch muss ich allerdings der VHS Norderstedt untreu werden, denn die Kolleginnen aus meiner alten VHS haben mir zum Abschied einen Wochenendkurs Gold- und Silberschmieden geschenkt. Den werde ich auf jeden Fall besuchen!